Miners wappnen sich für Drachen: Rhöndorf in der Helmholtz-Halle zu Gast

Die ETB Wohnbau Miners wollen ihren Aufwärtstrend nach dem Trainerwechsel fortsetzen: Mit dem ersten Saisonsieg wird es aber im dritten Spiel unter Interimscoach Björn Barchmann nicht leicht werden: Der Tabellendritte Dragons Rhöndorf kommt am Sonnabend mit der Empfehlung von vier Siegen in Folge in die Helmholtzhalle (19.30, Rosastraße 83, 45130 Essen).

Was die Tabelle sagt: Für die Gäste vom Drachenfels spricht nicht nur ihr aktuell dritter Tabellenplatz. Das Team ist unter Interims-Head Coach Yassin Idbihi noch ungeschlagen und verzeichnete zuletzt vier Siege in Folge, am vergangenen Wochenende ein 104:96 gegen die BG Hagen. Die Entwicklung beim ambitionierten Ex-Bundesligisten geht also deutlich nach oben, nachdem ein durchwachsener Saisonstart (3 Siege und 3 Niederlagen) zur Trennung von Head Coach Markus Röwenstrunk führte. Laut Trainerteam Barchmann und Kubendarajah steht man dem momentan stärksten Team der Liga gegenüber. Bei den Miners hat sich der eigene Aufwärtstrend bislang noch nicht in Siegen niedergeschlagen: Das knappe 80:83 bei der BG Dorsten zeigte am vergangenen Wochenende aber, dass sich der ETB durchaus auf Augenhöhe mit Playoff-Kandidaten messen kann. Die Teams auf den Nichtabstiegs-Plätzen 10 bis 12 sind für das Tabellenschlusslicht unverändert „nur“ drei Siege entfernt.

Wen wir erwarten: Die Dragons Rhöndorf, selbst viele Jahren in der Basketball-Bundesliga am Start und mittlerweile Kooperationspartner von Nachbar Telekom Baskets Bonn, haben auf den Abstieg aus der ProB (Südstaffel) zu Saisonbeginn mit einem umfassenden Neustart reagiert. Aus Bamberg wurde der ehemalige Nationalspieler Yassin Idbihi als neuer sportlicher Leiter verpflichtet, der nach der Trennung vom (gleichfalls neuen) Head Coach Markus Röwenstrunk zugleich als Head Coach fungiert. In seinem Team stechen fünf (!) junge Neuzugänge hervor, die mit einer Doppellizenz auch im Kader der Telekom Baskets stehen: Center Mark Mboya Kotieno (am vergangenen Wochenende mit 25 Punkten Matchwinner gegen Hagen), Forward Gabriel de Oliveira und Guard Pal Ghotra kamen dabei sogar mit ProB-Erfahrung nach Bonn/Rhöndorf. Auch der junge US-Amerikaner Curtis Hollis steht bei seiner ersten Europa-Station noch am Anfang seiner Karriere. Gemeinsam verkrafteten die jungen Drachen zuletzt auch einige Ausfälle so erfolgreich, dass sie die Erfahrung des 37-jährigen Anish Sharda auf der Guardposition kaum benötigen. Und Beachtung verdient nicht zuletzt ein ehemaliger Essener: Jeffrey Martin ging seit Anfang 2018 in der ProB für die ETB Wohnbau Baskets auf Korbjagd.

Was Interimscoach Björn Barchmann sagt: „Auch gegen einen schwierigen Gegner wie Rhöndorf müssen wir unter Beweis stellen, woran wir im Training hart arbeiten: Wir wollen mit schnellem und strukturiertem Spiel gute Wurfgelegenheiten herausarbeiten. Wenn uns das gelingt, können wir automatisch unsere Leistungsträger Chris Alexander und Radwan Bakkali entlasten und alle Spieler in die Angriffe einbinden. Jeder Wettkampf hilft uns hierbei weiter, jeder Einzelne muss mit Kampf und Leidenschaft zeigen, dass er bereit ist, den Abstiegskampf aufzunehmen – unabhängig davon, wie der Spielstand gerade ist. Unser starker Auftritt in Dorsten zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das Spiel hat, trotz des unglücklichen Endes, dem ganzen Team Mut gemacht.“

Was Besonders ist: Zwei Interimscoaches treffen aufeinander. Sicherlich waren weder Yassin Idbihi noch Björn Barchmann zu Saisonbeginn davon ausgegangen, am 11. Spieltag selbst verantwortlich auf der Trainerbank zu sitzen. Idbihi löste Anfang Oktober in Rhöndorf Röwenstrunk ab, Barchmann folgte zwei Wochen später in Essen der Spanierin Iria Romaris. Beide sportlichen Leiter legen Wert darauf, die Coaching-Position nur übergangsweise auszufüllen. Zumindest in Essen wird dabei bewusst kein Zeitplan für die nächsten Schritte kommuniziert: „Wir halten das wie bei Spielerverpflichtungen und werden keine Wasserstandsmeldungen über anstehende Personalentscheidungen abgeben“, stellt Barchmann klar.

Foto: André Steinberg

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