ETB Miners: Vom Regionalligisten zum Pro A-Aufstiegskandidaten

Die ETB Miners haben eine Saison gespielt, die Eindruck hinterlässt: Als Meister der Regular Season in der Pro B geht das Team als einer der großen Favoriten in die Playoffs und damit in die entscheidende Phase auf dem möglichen Weg in die Pro A. Sportlich haben sich die Miners diese Ausgangslage mit Konstanz, Disziplin und einem klaren Mannschaftsgefüge erarbeitet. Gleichzeitig arbeitet der Verein auch abseits des Parketts daran, die nächsten Entwicklungsschritte zu gehen: Die Lizenz für die Pro A soll definitiv beantragt werden, finanziell und strukturell wollen sich die Miners mit Unterstützung von Sponsoren und Partnern für die höhere Liga aufstellen.
Der nächste Schritt ist vorbereitet
Für Geschäftsführer Dieter Homscheidt ist die aktuelle Entwicklung Ausdruck eines Weges, den der Verein in den vergangenen Jahren konsequent gegangen ist. „Wenn man sieht, wie sich die Miners seit der Regionalliga entwickelt haben, dann ist das schon etwas Besonderes“, sagt er. „Wir haben in wenigen Jahren enorme Schritte gemacht und uns sportlich wie organisatorisch stetig weiterentwickelt. Natürlich wäre der Sprung in die Pro A ein weiterer Meilenstein, aber er wäre auch das Ergebnis harter Arbeit und einer klaren strategischen Entwicklung.“

Dass der Verein die Lizenz für die Pro A einreichen will, versteht auch der weitere Geschäftsführer der Miners Robert Hildebrandt als wichtiges Signal. „Wir wollen diesen Antrag definitiv stellen, weil wir zeigen möchten, dass wir den nächsten Schritt gehen wollen und bereit sind, dafür zu arbeiten“, betont er. „Klar ist aber auch: Eine höhere Liga bringt nicht nur sportlich, sondern auch finanziell und strukturell neue Anforderungen mit sich. Deshalb brauchen wir starke Sponsoren, Unterstützer und Partner, die diesen Weg mit uns gemeinsam gehen.“

Erfahrung, Vertrauen und sportliche Stabilität
Sportlich ist die Entwicklung eng mit Raphael Wilder verbunden. Der Sportliche Leiter hat nicht nur großen Anteil an der Kaderzusammenstellung, sondern bringt auch viel Erfahrung aus erfolgreichen Aufstiegsprojekten mit. „Wir haben eine Mannschaft zusammengestellt, die sportlich und menschlich hervorragend funktioniert“, sagt Wilder. „Die Chemie stimmt, die Rollen sind klar verteilt, defensiv arbeiten wir auf sehr hohem Niveau und gleichzeitig haben wir vorne genügend Qualität und Output. Das ist eine Kombination, die du in dieser Form nicht selbstverständlich bekommst.“
Wilder weiß, wovon er spricht: Als Trainer hat er bereits drei Vereine aus der Regionalliga nach oben geführt. Diese Erfahrung bringt er nun in Essen ein – auch in der engen Zusammenarbeit mit Head Coach Lars Wendt. „Lars und ich haben ein sehr enges Verhältnis, das auf viel Vertrauen basiert“, sagt Wilder. „Er hat noch unter mir gespielt, wir kennen uns seit vielen Jahren und tauschen uns sehr intensiv aus. Diese Konstellation ist für uns extrem wertvoll, weil sie sportliche Stabilität gibt. Beide Rollen sind wichtig, und genau diese enge Abstimmung tut der Mannschaft gut.“

Chemie, Disziplin und ein klarer Weg
Auch für Wendt ist ein zentraler Faktor des Erfolgs schnell sichtbar gewesen. „Man hat von Tag eins an gemerkt, dass in dieser Mannschaft etwas zusammenpasst“, sagt der Trainer. „Die Jungs verstehen sich untereinander sehr gut, sie arbeiten hart und gehen sehr diszipliniert mit den Anforderungen um. Diese Mischung aus Chemie und Arbeitsmoral hat uns über die gesamte Saison getragen.“
Hilfreich war aus seiner Sicht auch, dass die Miners von größeren Verletzungssorgen weitgehend verschont geblieben sind. „Natürlich gehört auch immer etwas Glück dazu“, sagt Wendt. „Aber wir haben auch gute Voraussetzungen geschaffen, mit Physio, mit enger Betreuung und mit einer professionellen Herangehensweise. Das hat uns geholfen, über die Saison hinweg stabil zu bleiben.“
Mit Rückenwind in die Playoffs
Ein weiterer Pluspunkt: die starke Bilanz in fremden Hallen. „Dass wir auswärts so gut performt haben, ist mit Blick auf die Playoffs enorm wichtig“, sagt Wendt. „Gleichzeitig haben wir uns den Heimvorteil für die kompletten Playoffs gesichert. Das ist eine sehr gute Ausgangslage. Wir müssen uns vor keinem Gegner verstecken und wir wollen am Ende Meister werden.“
Schon jetzt richtet sich der Blick aber auch auf die kommende Spielzeit. Sollte der Aufstieg gelingen, wollen die Miners auf einem stabilen Fundament aufbauen. „Unser Ziel ist es, einen Kern dieser Mannschaft mitzunehmen, weil wir wissen, was wir an diesem Team haben“, erklärt Wendt. „Natürlich wird man sich bei einem möglichen Schritt in die Pro A auch verstärken müssen. Gleichzeitig gibt es durch veränderte Ausländerregelungen mehr Spielraum, um den Kader gezielt weiterzuentwickeln.“
Nachhaltige Entwicklung auch im Nachwuchs
Dass nachhaltige Entwicklung im Verein nicht nur die erste Mannschaft betrifft, zeigt der Blick auf die Nachwuchsarbeit. Markus Zilch, Jugendwart der ETB Miners, beschreibt die Rahmenbedingungen als herausfordernd, den eingeschlagenen Weg aber zugleich als ermutigend. „Wir trainieren in 17 verschiedenen Hallen und spielen in vier verschiedenen Hallen. Das ist ein extremer logistischer Aufwand“, sagt Zilch. „Trotzdem machen wir gute Arbeit.“
Besonders stolz ist der Verein darauf, dass mit Lukas Ophelders und Simon Rentz bereits zwei Spieler aus der eigenen Jugend zum Kader gehören. „Das ist für uns ein wichtiges Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Zilch. „Wir werden Schritt für Schritt besser und passen uns an unsere Standortfaktoren an. Wir dürfen uns dabei nicht mit Klubs wie Alba Berlin vergleichen. So eine Entwicklung braucht Zeit.“

Schritt für Schritt weiter wachsen
Fortschritte gibt es auch im Mädchenbereich. „Wir fangen dort gerade wieder an, nachdem es fast 20 Jahre lang gar keine Jugendmannschaften gab“, sagt Zilch. „Mittlerweile haben wir schon drei Teams aufgebaut. Langfristig wollen wir so natürlich auch Nachwuchs für unsere Damenmannschaften generieren.“
So stehen die ETB Miners vor Wochen, die sportlich richtungsweisend werden könnten. Die Ausgangslage könnte kaum besser sein: ein eingespieltes Team, Heimvorteil in den Playoffs, eine klare sportliche Idee und ein Verein, der nicht nur vom Aufstieg träumt, sondern die nächsten Schritte bereits vorbereitet. Noch ist der Weg in die Pro A nicht vollendet – aber die Miners haben in dieser Saison gezeigt, dass sie bereit sind, ihn zu gehen.
Text: Simon Klaus
Fotos: Lukas Steppkes
