Young Giants kommen nach Essen: ETB erwartet Leverkusen

Unter erschwerten Bedingungen gehen die ETB Wohnbau Miners ihre Chance zur direkten Wiedergutmachung an. Beim zweiten Heimspiel binnen sieben Tagen wird vermutlich der US-Amerikaner Chris Alexander fehlen, der wegen eines Trauerfalls in seiner Familie in die Heimat gereist ist. Aber auch wenn der Top-Scorer fehlen sollte: Eine Woche nach der enttäuschenden 56:78-Niederlage gegen den Deutzer TV soll es am Sonnabend gegen die Bayer Giants Leverkusen II besser laufen (19.30, Rosastraße 83, 45130 Essen).

Was die Tabelle sagt, ist aus Essener Sicht unverändert bitter. Die Miners stehen sieglos am Tabellenende. Der Abstand zum ersten Nicht-Abstiegsplatz beträgt zum Start der Rückrunde fünf Siege. Mit den Young Giants aus Leverkusen kommt der Tabellensechste in die Helmholtz-Halle, der trotz einer 81:93-Niederlage bei der BG Hagen am vergangenen Wochenende die Hinrunde auf einem Playoff-Platz abgeschlossen hat.

Wen wir erwarten:  Die Leverkusener, im vergangenen Jahr bereits unser Gast bei der „Zweiten“ des ETB SW Essen in der 2. Regionalliga, fallen nur auf dem Papier in die Kategorie „Aufsteiger“. Im Hinspiel kassierte der ETB eine deutliche 70:94-Niederlage am Bayer-Kreuz. Die Zweitvertretung des ProA-Ligisten, die viele Talente mit sehr erfahrenen Kräften verbindet, wirbelte die Miners zum Saisonauftakt mit schnellem Passspiel und treffsicheren Distanzschützen durcheinander. Besonders Augenmerk muss Götz Twiehoff und Benjamin Nick gelten, die dem jungen Team unter den Körben Sicherheit verschaffen sollen. Auf den Guard-Positionen gingen Jacob Engelhardt und Sören Queck bereits in der ProB auf Korbjagd. In der neuen Saison wollen drei weitere Spieler den Weg in die Zweite Basketball-Bundesliga gehen: Die beiden Top-Scorer im Hinspiel, Thomas Fankhauser und Dzemal Selimovic, gehören ebenso wie Lennard Winter mit einer Doppellizenz zum Kader des ProA-Teams. Und schließlich verkörpert niemand besser als Nachwuchsspieler Justin Gnad die engen Querverbindungen im Jugendleistungsprogramm des langjährigen deutschen Serienmeisters: Sein Vater Hansi, Ex-Nationalspieler und Basketball-Europameister, ist Trainer des ProA-Teams.  Young Giants-Coach Matt Watson konnte mit diesem Team bislang auch ohne ausländische Import-Spieler an frühere Erfolge anknüpfen: Die „Young Giants“ traten in der Saison 2017/18 noch in der Oberliga an und konnten seither zwei Aufstiege in Folge feiern.

Was Interimscoach Björn Barchmann sagt: „Der Todesfall in Chris‘ Familie erinnert uns daran, dass es wichtigere Dinge gibt als Basketball. Er hat die volle Unterstützung des Vereins in dieser schwierigen Zeit. Wir als Mannschaft müssen das Beste aus der Situation machen. Das Spiel gegen Leverkusen gibt jedem einzelnen Spieler die Möglichkeit zu zeigen, was er aus der Niederlage gegen Deutz gelernt hat. Denn beide Mannschaften spielen sehr ähnlich: Sie leben weniger von überragenden Einzelspielern, sondern von Passspiel, vielen Positionswechseln und hoher Beweglichkeit. Da muss jeder Einzelne von uns hellwach sein.“

Was Besonders ist: Nicht nur sportlich gibt der Rückrunden-Start dem ETB Gelegenheit zur Zwischenbilanz. Miners-Geschäftsführer Dieter Homscheidt nutzt die Gelegenheit, um vor allem den vielen ehrenamtlichen Helfern im Verein zu danken. „So enttäuschend die Ergebnisse auf dem Feld auch ausgefallen sind: Unser Neustart in der 1. Regionalliga wäre nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung von vielen helfenden Händen, die bei unseren Heimspielen oder im Hintergrund mit anpacken. Die meisten sind erst in den vergangenen sechs Monaten dazu gekommen. Das bleibt eine tolle organisatorische Leistung aus der Mitte unseres Vereins – und ist uns zugleich Motivation, auch im sportlichen Bereich weiter hart zu arbeiten.“

Foto: André Steinberg

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